ohne Titel, aus der Serie un'altra scena o.T. aus der Serie un'altra scena,2009 o.T. aus der Serie un'altra scena

Roberto Bossaglia - eine andere Szene / un'altra scena

 

Forum 021

23. Juli 2010 bis 26. September 2010
Münchner Stadtmuseum/Sammlung Fotografie

Mit dieser Ausstellung werden die Ergebnisse eines zweimonatigen Arbeitsaufenthaltes vorgestellt, den der renommierte italienische Fotograf auf Initiative der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums 2008 und 2009 im Künstlerhaus der Landeshauptstadt München „Villa Waldberta“ in Feldafing verbracht hat. Roberto Bossaglia hat während dieser Wochen das Stadtgebiet und insbesondere die Peripherie mit ihren Neubaugebieten, die in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind, mit seiner Kamera erkundet.

Wie bereits vor ihm John Davies, der sich dem Flußlauf der Isar widmete oder Olivo Barbieri und Boris Mikhailov, die sich auf unterschiedliche Weise mit der bayerischen Landschaft und ihren Bewohnern auseinandersetzten, hat sich Bossaglia mit dem Blick eines Außenstehenden dem Münchner Stadtgebiet genähert. Dabei hat die von ihm eingenommene Perspektive nur wenig mit dem Glanz der barocken oder klassizistischen Residenzstadt gemein. Vielmehr sind es die städtebaulichen Entwicklungen der Gegenwart, die im Zentrum seiner Arbeit stehen. In den letzten zwei Jahrzehnten haben in München viele international bekannte Architekten ihre Spuren hinterlassen. Einige ihrer Bauten hat Roberto Bossaglia auf seinen Spaziergängen durch die Stadt aufgesucht. Außerdem hat er in jenen Stadtvierteln fotografiert, die im vergangenen Jahrzehnt durch die Umwandlung ehemaliger Industrie- und Bahngelände gemäß dem städtischen Leitbild „kompakt, urban, grün“ für künftige Siedlungsstrukturen realisiert worden sind.

Es ist der Blick eines in Rom lebenden Künstlers, der ein besonderes Gespür für das Spannungsfeld zwischen der Moderne und dem historischen Gedächtnis einer Stadt, der „Memoria della città“ entwickelt hat. Roberto Bossaglia hat eine Stadt fotografiert, die sich in ihrem äußeren Erscheinungsbild neu zu definieren scheint, eine Stadt, deren Matrix sich von den herkömmlichen Stereotypen Münchens sichtbar absetzt.

Biografie
geboren 1942 in Cagliari, lebt und arbeitet in Rom.
Er lehrte in Rom als Dozent für Fotografie von 1981 bis 2007 an der Accademia di Belle Arti.
Seine Fotografien sind in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen seit 1975 international präsentiert worden. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen „Sogno Metropolitano“ (2004), „Perifanie“ (1995) und „Roma, un itinerario nella memoria“ (1986)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Dr. Ulrich Pohlmann, Giacomo Daniele Fragapane und Francesco Faeta.

Künstlergespräch am 23. Juli 2010   15:00 Uhr

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