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Eine Wappenfigur
geht eigene Wege |
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| | Münchner Kindl sind überall. Hat man das Erscheinungsbild einmal bewusst gespeichert, verfolgt es einen und findet sich an den verschiedensten Stellen: auf Straßenbahnwagen, Postkarten, Kanaldeckeln, Bierkrügen, Schulhäusern, Bierflaschen, Plakaten, ganz oben auf der Spitze des Rathausturmes. Und was hat dieses Münchner Kindl in der Hand: Buch, Bierkrug oder Rettich? - Bei dieser Frage kommen sogar Münchner mit älterer Heimatkundeschulung ins Schwimmen, denn grundsätzlich ist alles möglich und richtig.
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| die wappenfigur | | | Zum einen verkörpert das Münchner Kindl das Stadtwappen. In dieser Funktion hält es in seiner linken Hand ein Evangelienbuch und formt seine rechte zum Segensgestus. Bei allen Belangen der Stadtgemeinde München kommt es in dieser korrekten Form zur Anwendung und ist somit das Hoheitszeichen der städtischen Ämter und Institute. |
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das kindl geht
eigene wege | | | Das "andere" Münchner Kindl ist ein fiktives Wesen, dessen Existenz allein auf der Summe der gezeichneten, gemalten und modellierten Erscheinungsformen beruht. Im Gegensatz zu den Comic-Helden des 20. Jahrhunderts gibt es keinen eindeutigen Erfinder dieser populären Figur. Den Nährboden für die Verselbständigung der Wappenfigur bildet die Münchner Künstlerschaft, die um 1840 in spielerischer Form beginnt, den Mönch zu ihren Zwecken aus seinem Wappen zu befreien und ihm allmählich zu einem eigenständigen Dasein verhilft. Diese Aneignung der Wappenfigur, die bis dahin unangetastetes Hoheitszeichen der Stadtgemeinde München war, spricht für die Souveränität der Künstler, aber auch für ihre Identifizierung mit der Stadt, in die sie zum Teil als Auswärtige gekommen und dort geblieben sind. Das programmatische Prachtstück liefert Kaspar Braun, der auf seiner Zeichnung aus dem Jahr 1847 das Münchner Kindl aus dem Wappen steigen lässt. |
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was wir schon
immer wissen wollten | |
| 08.10.1999 bis 09.01.2000 |
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