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Detail aus: Theatervorhang um 1925
 

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wagners welten

17.10.03 bis 25.01.04
Münchner Stadtmuseum
 
Siegfried; Fassadenfigur um 1905 Wagners Welten nahm auf rund 2000 qm Fläche und mit über 600 Exponaten aus bedeutenden Museen des In- und Auslands sowie aus eigenen Beständen, Werk und Wirkung Richard Wagners zum Thema. Inbegriffen war die wichtige Rolle, die der Künstler, so in seiner sonderbaren Beziehung zu König Ludwig II, zu Lebzeiten und auch danach in der Stadt München spielte. Ein Schwerpunkt der Ausstellung waren die großen Opern, vom Fliegenden Holländer bis zu Parsifal in jeweils eigenen Stationen, in denen Musik stattfand.

Blick in die Ausstellungsräume

Liebig Sammelbild Wotan, 1906
Plakat zur Wagneraufführung, 1901Auch wenn sich ein äußerer Anlass nicht anbot, sehen wir von der Tatsache ab, dass München das 350jährige Bestehen seiner Oper feierte, stellt sich doch immer wieder vehement die Frage nach der Haltung zu Wagner. Die Ausstellung folgte dabei der »enthusiastischen Ambivalenz«, die Thomas Mann Zeit seines Lebens zur Musik Wagners eingenommen hat. Der Schriftsteller sah Wagner als »Schutzherr einer höhlenbärenmäßigen Deutschtümelei und Vertoner roher Biederkeit mißbraucht, während europäische Artisten und Dekadenten die ersten waren, die ihm zujubelten!« Plakat Richard-Wagner-Festspiele, 1904
Wagnerportrait nach einer Fotografie von Hanfstaengl, 1865 Thematisiert wurden zugleich Wagners spezifische Rollenspiele, hier der ruhmsüchtige Monomane und unerträgliche Antisemit, dort der revolutionäre Sozialist und Kulturutopist, der von der »klassenlosen, vom Luxus und vom Fluche des Goldes befreiten Gesellschaft« als Publikum seiner Kunst geträumt hat. Wagnerportrait von Diefenbach, Aquarell, 1883
Liebig Sammelbild: Wagner mit Kaiser Wilhelm I. in Bayreuth, 1913

Liebig Sammelbild: Lohengrin, 1889

Die dunklen Kapitel der »Wagner-Pflege«, Hitlers Rolle in Bayreuth und die schändliche Vertreibung Thomas Manns durch Münchens militante Wagnerianer wurden dokumentiert.

Heine, Baudelaire, Liszt, Schopenhauer und Nietzsche schienen auf, wie auch die Namen Meyerbeer, Verdi, Mathilde Wesendonck und Cosima von Bülow, seine spätere Frau. Vorgeführt wurde eine überaus kontroverse Gestalt, das »wahrscheinlich größte Talent aller Kunstgeschichte«, von der Thomas Mann meinte, dass sie nicht unsterblich wäre, dafür aber ganz bestimmt das Werk.

Blick in die Ausstellungsräume
Liebig Sammelbild: Wagner - Die Insel der Seligen, 1913

Liebig Sammelbild: Die Meistersinger von Nürnberg, 1912

Idee und Konzeption: Jürgen Kolbe
Realisation: Norbert Götz, Max Oppel, Manfred Wegner
Gestaltung: Michael Hoffer

Katalog: mit Einführungstexten zu den einzelnen Ausstellungsstationen;
372 S. mit 344 farbigen und 94 schw/w-Abbildungen;
Edition Minerva, 28,- EUR

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