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Die Moriskentänzervon Erasmus Grasserab 6. Juni in der Ausstellung "Typisch München!" |
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| Die vom Meister Erasmus Grasser im Jahre 1480 geschnitzten Moriskentänzer sind ein Kabinettstück der spätgotischen Kunst in Deutschland. Die erste quellenmäßige Überlieferung zum Bildschnitzer Erasmus Grasser stammt aus dem Jahr 1475. Die Zunft der „Maler, Schnitzer, Seidennater und Glaser“ versuchte in einer Eingabe an den Rat der Stadt München zu verhindern, dass der junge, aus dem oberpfälzischem Schmidmühlen stammende Bildhauer gegen den Willen der Zunft Meister werden sollte. In diesem Dokument wird Grasser als „unfridlicher, verworner und arcklistiger knecht“ charakterisiert. Gleichwohl gelang es ihm, der anscheinend auch durch die in München noch ungewohnten Neuerungen seines Stils aufgefallen war, wenig später einen sehr lukrativen städtischen Auftrag zu erhalten. Für den Saal des „Tanzhauses“ (Altes Rathaus), das Jörg von Halsbach seit 1470 errichtet hatte, schuf Grasser 1477 elf Wappenschilde, Sonne und Mond. 1480 wurde er für 16 Moriskentänzer bezahlt. Erhalten sind 10 Figuren, die ursprünglich in einem Wappenfries am Ansatz der hölzernen Tonnendecke des Tanzsaales in fünf Metern Höhe standen. Am ursprünglichen Ort sind sie heute durch Kopien ersetzt. Die Originale zählen zusammen mit den erhaltenen Wappen, Sonne und Mond zum kostbarsten Besitz des Münchner Stadtmuseums.Zur Entstehungszeit scheinen die Gäste des Tanzhauses jedoch kaum Notiz von den Statuetten genommen zu haben, ehe sie in den folgenden Jahrhunderten ganz aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwanden. Die Gleichgültigkeit äußerte sich im Jahr 1842 besonders eklatant, als die Stadt auf den Gedanken verfiel, in ihrem immer noch prominentesten Saal acht monumentale Standbilder des Wittelsbacher Herrscherhauses aufzustellen. Im Gegenzug schenkte sie dem Bildhauer Ludwig von Schwanthaler vier Moriskentänzer, die er bald nach Italien verkaufte. Mit dem vom Münchner Bürgermeister 1887 initiierten Rückkauf und erst vierhundert Jahre nach ihrer Entstehung setzte sich eine Wertschätzung durch, in der die Moriskentänzer im Lauf des 20. Jahrhunderts zu regelrechten Wahrzeichen der Stadt wurden. Die BücherAnläßlich der Neuaufstellung 1999 hat das Münchner Stadtmuseum eine Publikation herausgebracht, die sich mit der recht abenteuerlichen Geschichte dieser einmaligen Kunstwerke auseinandersetzt. "Fast ein Wahrzeichen Münchens" verfaßt von Ulrich Kirstein bringt auf 120 Seiten die Geschichte des Nachlebens dieser Figuren, die heute zu einem der bekanntesten Symbole dieser Stadt geworden sind. (EUR 14,30) Daneben weiter erhältlich ist die Monographie von Johanna Müller-Meiningen, die sich ausgiebig mit dem Ursprung und der Entstehung der Moriskentänzer auseinandersetzt. (EUR 14,30) Der Versand erfolgt zuzüglich Porto und Verpackung. Ihre Bestellung können Sie uns per e-mail übermitteln (bitte die Postadresse nicht vergessen). zum Seitenanfang
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