
Holz und Metall / D 119 cm, T. 57 cm / 1709
Am 20. Juli 1709 verfertigte der Stellmacher Johann Guttmann in Lechhausen bei Augsburg ein großes Wagenrad und rollte es noch am selben Tag zu Fuß nach München. Er schenkte das Rad der Stadt München, die es zur Aufbewahrung ins Zeughaus gab. Mit diesem Kuriosum erhielt das Gebäude erstmals eine museale Funktion. Im Prinzip handelt es sich um das erste Sammlungsstück des Münchner Stadtmuseums. Im Jahr 1725 wiederholte Guttmann seinen merkwürdigen Rekord, "ohn angesehen er wegen eines Beinbruchs krumb gehet", wie auf einem zeitgenössischen Kupferstich vermerkt ist.
Die Inschrift auf der Außenseite des Rades lautet: "Ano 1709 den 20. Julÿ hat Meister Johan guettman Wagner zu Lechhausen disses Rath in Einen Tag Verfertiget, Einer H: Mess beÿgewohnet, daß Holtz von Handtwerk darzu dargereichet, ein Meister von Augspurg der ander von Fridtberg."
Auf der Innenseite des Rades steht: "Und ist Fruehe Ohne Liecht umb 7 Uhr Ohne Feller verfertiget worden, an herumbwegs in 9 wierdtsheisser Eingekherdt dannach vor gespörten Tor alhie ankhomen, ist alsdan in das Bürgerliche Zeughaus verehret worden."
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