
Die erste Stadtansicht Münchens stammt aus dem "Liber chronicarum", einer 1493 in der Freien Reichsstadt Nürnberg erschienenen Chronik, die mit der biblischen Erzählung von der Erschaffung der Welt beginnt und in einem Ausblick auf das Jüngste Gericht endet. Das Werk wird nach seinem Herausgeber, dem Arzt und Humanisten Hartmann Schedel (1440 – 1515), als "Schedelsche Weltchronik" bezeichnet und gilt nach der Gutenberg-Bibel als eine der bedeutendsten Inkunabeln des deutschen Buchdrucks.
Bekannt ist die reich illustrierte "Weltchronik" für ihre vielen Stadtansichten, die mitunter freilich nur idealtypischen Charakter haben. Athen ist zum Beispiel als eine spätgotische Stadt dargestellt. Authentizität beanspruchen die großen Stadtbilder, die auf Doppelseiten vorgestellt werden. Die Ansicht von München erscheint im Kapitel über "das sechst alter der werlt" , das gegenwärtige Zeitalter, zusammen mit einer Biographie Kaiser Ludwigs des Bayern.
Die Vorzeichnungen zu den Holzschnitten lieferten Michael Wolgemut, Wilhelm Pleydenwurff und vielleicht auch Albrecht Dürer. Originalausgaben sind höchst selten und meist unkoloriert. Doch entstanden zahlreiche verkleinerte Nachdrucke, vor allem einzelner Illustrationen. In der Monacensia-Sammlung des Kunsthändlers Joseph Maillinger (1831 – 1884), die mit ihren über 30.000 Blättern den Grundstein für die Bestände des Münchner Stadtmuseums legte, trägt ein solcher Nachdruck der Münchner Stadtansicht die Katalognummer 1.
weitere Themen im Königssaal
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