Propyläen von Klenze

Leo von Klenze / Die Propyläen auf dem Münchner Königsplatz

Öl auf Leinwand / 87,5 x 130,2 cm / 1848
Die im Auftrag König Ludwigs I. erbauten Propyläen waren das repräsentativste Stadttor in die Hauptstadt des neuen Königreichs. Der Name verweist auf die "Propylaia", den im antiken Athen errichteten Vorbau am Aufgang zur Akropolis. Die urbanistische Bedeutung dieses zur Zeit des Perikles ausgebauten Tempelbezirks war in München dem Königsplatz zugedacht. Der Stadtplaner und Architekt Leo von Klenze (1784 – 1864) wollte dort "ein Bild des reinen Hellenismus in unsere Welt verpflanzt" sehen. Mit den Propyläen, der Glyptothek und dem Ausstellungsgebäude gegenüber ist auf dem Platz der klassische Kanon der dorischen, ionischen und korinthischen Säulenordnung vereint.

Das von Klenze selbst gemalte Bild dokumentiert eine weitere städtebauliche Leistung. Durch den Säulengang wird der Blick auf die neue Achse der Brienner Straße gelenkt, die über den Obelisken am Karolinenplatz bis zum Hofgartentor führt und dort auf Odeonsplatz und Ludwigstraße stößt. In diesem neuen Koordinatensystem rückte die Königsresidenz in den Mittelpunkt von München.

Über den Bau der Propyläen wurde schon seit 1816 nachgedacht. Klenze malte sie zu einem Zeitpunkt, als aber noch nicht einmal die Fundamente gelegt waren. Wie in einer modernen Computersimulation warb der Architekt für ein Projekt, dessen Verwirklichung durch die Abdankung seines Auftraggebers im Jahr 1848 in Frage gestellt war. Auch war die ursprüngliche Funktion als Stadttor hinfällig, nachdem sich München bereits weit über den Königsplatz hinaus ausgebreitet hatte. Schließlich wurden die Propyläen dann aber doch als ein Denkmal auf die Herrschaft der Wittelsbacher in Griechenland ausgeführt und kurz vor dem Sturz des griechisch-bayerischen Königs Otto im Jahr 1862 eingeweiht. Neben dem Obelisken am Karolinenplatz sind die Propyläen das einzige Bauwerk Klenzes, das Ludwig I. der Stadt München übereignete.

weitere Themen im Königssaal

(Die Links verweisen auf ausgewählte Ausstellungsstücke)
Die "effigies" des Königs - Canalettoblick - Die Erfindung der Altstadt (Adamsaal) - Biedermeier und Biedermeierei - Edlinger Nordwand - Münchner Köpfe - Isarathen - Die Typhusstadt - Katastrophen: Die Turmwächter und die Elefantenkatastrophe - Lola Montez - Die Schöne Münchnerin - Theresienwiese - Erzgießerei - Glas und Stahl - Nymphenburger Porzellan - Viktualien - Die Isar