
Holz / 21 x 88 x 35 cm / um 1870
Die Flößerei auf der Isar war für Jahrhunderte der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Stadt München. Schon in den Jahren um 1310 hatte der Magistrat eine Flößerordnung erlassen, mit der vor allem das "Stapelrecht" geregelt wurde. Es besagte, daß kein Floß die Stadt passieren durfte, bevor es mitsamt der Ware nicht drei Tage lang zum Verkauf angeboten worden war. Neben den Holzstämmen selbst, die in den Nadelwäldern der Gegend um Mittenwald geschlagen wurden, waren Kalk und Wein die bevorzugten Handelsgüter. Noch im späten 19. Jh. landeten jährlich über 8.000 Flöße in München.
Mit dem "Ordinari Floß" gab es seit 1623 einen regelmäßigen Personenverkehr auf der Isar. Das Floß fuhr jeden Montag über Freising, Erding, Moosburg und Landshut in die Donau und dann weiter bis nach Wien. Nicht zuletzt diente die Isar als Fluchtweg. Während der Koalitionskriege 1796 verbrachte der Galerieinspektor Johann Georg von Dillis zahlreiche Gemälde und andere Kunstschätze der Münchner Residenz auf zehn Flößen nach Linz.
Das Floßmodell wurde von dem Münchner Floßmeister Kaspar Heiß angefertigt. Er stammte aus einer traditionsreichen Flößerfamilie. Sie stiftete 1857 die Figur des heiligen Nepomuk, der als Patron der Flößer auf der Praterwehrbrücke steht.

Öl auf Leinwand / 52,8 x 69,3 cm / um 1767
An der Münchner Floßlände, die zwischen der später erbauten Lukaskirche und der Ludwigsbrücke lag, gab es schon früh die Gastwirtschaft "Zum Grünen Baum". Als eine Art Hafenbar bot sie vor den Mauern der Stadt einen nicht nur bei Floßleuten beliebten Anziehungspunkt. Zugleich war es ein Ort des Handels, an dem die angelandeten Holzstämme gestapelt und umgeschlagen wurden. Die Flößerwirtschaft war im Besitz der Stadt München. Das Schankrecht wurde 1826 verkauft. An das während der Regulierung der Isar abgebrochene Gebäude erinnert in der heutigen Steinsdorf Straße 14 eine Gedenktafel.
Das Gemälde stammt von Joseph Stephan (um 1709 – 1786). Es wurde 1767 von Franz Xaver Jungwierth (1720 – 1790) mit dem Titel "Der so genannte grüne Baum an der Iser nebst München" nachgestochen. Den Kupferstich erläutern die polternden Verse: "Hier geht es lustig zu, wer lechzt nach braunen Bier, Der finde sich hier ein, da kann er sich erquicken. Von Tölz flüst solches Oel nach dieser Lust-Revier. Sehr viele thut es oft gestärkt nach hause schicken."
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