
Lindenholz/44,5 x 35 x 9 cm/1477
Das Münchner Stadtwappen zeigt die Figur eines Mönchs, der keinem bestimmten Orden angehört. Er hebt die rechte Hand zum Segensgestus und präsentiert in seiner Linken das Evangelienbuch. Diese Darstellungsinhalte sind bereits in mittelalterlichen Stadtsiegeln vorgegeben, von denen das älteste Exemplar aus dem Jahr 1239 stammt. Das farbig gemalte Wappenschild aus dem Jahr 1477 zierte die Saaldecke im Münchner "Tanzhaus", das heute Altes Rathaus genannt wird. Neben der schwarzen Kutte und den goldenen Bordüren setzen Nimbus, Buch und Schuhe einen roten Akzent auf dem Silbergrund. Die Farben bestimmen bis heute das zuletzt 1957 modifizierte Mönchswappen der Landeshauptstadt. Die Münchner Stadtfarben Schwarz und Gelb sind dagegen erst seit 1577 bekannt. Es ist ungewöhnlich, daß sie nicht aus dem Wappen, sondern aus den Reichsfarben unter Kaiser Ludwig dem Bayern abgeleitet wurden. Die Kombination war im Mittelalter aber nicht verbindlich für die Stadtgestaltung. Im Jahr 1419 wurden die Türme und Mauern zum Beispiel in den Rautenfarben "kyenswartz und prawnröt", also krähenschwarz und braun bemalt.
weitere Themen im Moriskensaal
(Die Links verweisen auf ausgewählte Ausstellungsstücke)
Die Münchner Mönche - Die Gründung Münchens - Das Stadtwappen - Münchner Ziegel - Die Frauenkirche - Das Sandtnermodell - Moriskentänzer - Ratskeller und Silberschatz - Ritter und Turniere - Der Marienplatz - Das "deutsche Rom" und seine Wunder - Schäfflertanz - Metzgersprung - Münchner Rokoko - Das Zeughaus