
Kalktuff / H. 41 cm, D. 32 cm / wohl 14. Jahrhundert
Das sogenannte Fausttürmchen war Teil der mittelalterlichen Stadtmauer und stand in der Nähe des Sendlinger Tors. Im "Sandtnermodell" von 1570 ist der schlanke Turm neben dem freistehenden Haus des Münchner Henkers wiedergegeben. Er diente als Abort für die Wachmannschaften beim Wehrgang und wurde im Jahr 1873 abgebrochen.
Der Name stammt aus dem 19. Jahrhundert. Er bezieht sich auf die Turmspitze, in der man eine geballte Faust erkennen wollte. Der Sage nach erinnert sie an einen verräterischen Ratsherrn, der lebendig in den Turm eingemauert worden sei. "Zur Warnung für alle Verräther wurde dann eine drohende Faust auf die Spitze des Thurmes gesetzt", heißt es im Jahr 1863.

Öl auf Leinwand / 91,5 x 142 cm / um 1765
Der vor dem Isartor gelegene Rote Turm bildete den Brückenkopf für die über Jahrhunderte hinweg einzige Isarbrücke Münchens. Die immer wieder erneuerte und von 1759 bis 1772 erstmals als Steinkonstruktion errichtete Brücke schwang sich in zwei Bahnen über die Kohleninsel zum Gasteig und zur Vorstadt Au. Sie wurde zuletzt 1935 durch die beiden Ludwigsbrücken ersetzt. Der Flußübergang war im Jahr 1796 während der "Koalitionskriege" hart umkämpft, als München zwischen die Fronten von österreichischen und französischen Truppen geriet. Der Rote Turm wurde dabei in Brand geschossen und kurz darauf abgetragen.
weitere Themen im Moriskensaal
(Die Links verweisen auf ausgewählte Ausstellungsstücke)
Die Münchner Mönche - Die Gründung Münchens - Das Stadtwappen - Münchner Ziegel - Die Frauenkirche - Das Sandtnermodell - Moriskentänzer - Ratskeller und Silberschatz - Ritter und Turniere - Der Marienplatz - Das "deutsche Rom" und seine Wunder - Schäfflertanz - Metzgersprung - Münchner Rokoko - Das Zeughaus