Plakat

Otl Aicher und Partner / aus der Serie "Sport"

Farboffset / 83 x 59,5 cm / 1972
München gab sich zu den Olympischen Spielen ein neuartiges Gestaltungsbild. Mit dem Entwurf wurde 1968 der Grafiker Otl Aicher (1922 – 1991) beauftragt. Er entwickelte ein einheitliches Zeichensystem, das den Besuchern auf einer außersprachlichen Ebene Orientierung geben sollte. Die Piktogramme Aichers funktionieren bis heute in der Reduktion auf die jeweils prägnante Form durch eindeutige Farben und Symbole.

Zur offiziellen Farbe der Spiele wurde ein lichtes Blau. Über die psychologischen Eigenschaften dieser Farbe bemerkte Aicher: "Blau gilt als unpolitische Farbe. Es ist die Farbe des strahlenden Himmels, die Farbe des Friedens und der Jugend. Zudem ist es die Farbe der oberbayerischen Landschaft, ihrer Seen und ihrer Alpensilhouette." In komplementären Werten entstand eine Skala aus Orange, hellem Grün, Weiß und Silber. Erweiternde Varianten waren Blauviolett, Dunkelgrün und ein orangefarbenes Gelb. In jedem Fall wollte Aicher "die bevorzugten Farben der Diktatoren Rot und Gold" vermeiden. Als Typographie wählte er die von Adrian Frutiger 1957 entwickelte Schriftart "Univers", eine serifenlose Linearantiqua.Die Ideen Aichers setzten nicht zuletzt die Vorgaben für die Plakatgestaltung der Olympischen Spiele.

Die Veranstalter schrieben über die Serie: "Erstens sollten die Plakate in verschiedenen Kulturkreisen verstehbar sein. Zweitens durfte man sich nicht darauf beschränken, nur jene Schichten zu erreichen, die mit dem Repertoire der modernen Kunst vertraut sind. Die Plakate wurden deshalb auf der Basis der Fotografie konzipiert. Um aber nicht im breiten Angebot der Fotografie unterzugehen, wurden die Bilder nach dem Farbkodex der Spiele interpretiert. Auf dieser farblichen Verfremdung beruht ihr Signalwert und ihre spezifische ästhetische Funktion im Rahmen des für München geplanten visuellen Klimas."

 

Waldi das Olympiamaskottchen

"Waldi"

Baumwolle,Filz und Kunstfaser / 22 x 52 cm / 1972
Für die Vermarktung der Olympischen Spiele wurde die bei sportlichen Großereignissen seither ungebrochene Tradition des "Maskottchens" begründet. Es handelte sich um die Figur eines in den offiziellen Farben der Spiele gestreiften Dackels. Er hieß "Waldi" und war "erhältlich in Holz, Stoff, Frottee, Plüsch, schwanzwackelnd auf Rädern, als Knautschtier und Puzzlespiel, sogar zum Draufsetzen", wie der "Offizielle Olympiaführer" schrieb.

Eine inoffizielle Variante entstand an der Münchner Akademie der Bildenden Künste. In der Klasse Paolo Nestler wurde vom "Team 86, Fickl & Fackl" ein mechanisches Holzspielzeug gefertigt, das zwei kopulierende Olympia-Waldis zeigt.