Turnierritter Caspar Nothafft

Anonym / Der Turnierritter Caspar Nothafft von Wernberg zu Alhaming

Öl auf Leinwand / 88 x 67,5 cm / um 1600
Anläßlich der zwei Wochen lang gefeierten Fürstenhochzeit von 1568 wurden auf dem Münchner Marktplatz mehrere Rennen und Turniere veranstaltet. In der Disziplin des "Kröndlgestechs" ritten die Kontrahenten nach festen Regeln gegeneinander, um sich mit vier Meter langen Turnierstangen aus dem Sattel zu werfen. Der ritualisierte Kampf hat seinen Namen vom "Krönig", einer mehrzackigen Stangenspitze, mit der die links am Brustharnisch befestigte Tartsche zu treffen war. Das Gemälde erinnert an den Sieger dieses Wettbewerbs. Er hieß Caspar Nothafft und soll sich gegen gleich dreißig Rivalen durchgesetzt haben. Danach sei er mit solcher Gewalt gegen ein Tor geritten, daß er zusammen mit seinem Pferd endlich selbst zu Fall kam. Mit dem Kraftakt habe er freilich nur beweisen wollen, daß er nicht auf seinem Sattel "angeschraufft" war, wie viele Neider meinten.
Die Inschrift in der Bildkartusche berichtet außerdem von der Brautwerbung des Ritters. Vor dem Turnier habe er sich nach der Festkleidung der von ihm favorisierten Hofdame erkundigt, eine entsprechende Puppe anfertigen lassen und sie beim Wettkampf als Helmzier getragen. Darauf spielen auch die Verse auf dem gemalten Sockel an. Ein beim Turnier anwesender "Reimensunger" habe sie als Augenzeuge verfaßt. In den Wappen, die den Bildausschnitt flankieren, wird in einer "Ahnenprobe" die hohe Herkunft der Familie Nothafft nachgewiesen.

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