Maximilian I.

Anonym / Maximilian I. Kurfürst von Bayern

Lindenholz / H. 63 cm / um 1650, Fassung vor 1921
Die nachträgliche und letztlich moderne Bemalung sowie die eingesetzten Glasaugen geben der Büste des "Großen Kurfürsten" eine Lebendigkeit, die den Betrachter nervös macht. Das aus dem Münchner Josephspital stammende Porträt zeigt einen der mächtigsten Herrscher Bayerns. Zeitweise selbst als Kandidat für den Kaiserthron gehandelt, versetzte er seine Dynastie in eine Machtposition, die von den Erben Kaiser Ludwigs seit dem Mittelalter nur mit rhetorischen Mitteln behauptet worden war.
Maximilian I. von Bayern (1597 – 1651) befehligte im Dreißigjährigen Krieg die Katholische Liga gegen die Union der protestantischen Reichsfürsten. In der Schlacht am Weißen Berg bei Prag errang Maximilian 1621 einen Sieg, mit dem er nicht zuletzt die seit Erlaß der "Goldenen Bulle" 1356 verlorene Kurwürde für Bayern zurückeroberte. In der persönlichen Hinterlassenschaft des Kurfürsten fand man eine Geißel und ein härenes Hemd als Zeugnisse einer geradezu fanatischen Frömmigkeit.
Kurfürst Maximilian überhöhte seine Politik mit einem heute landesüblichen Marienkult. Er weihte sein Herz der Gnadenmutter von Altötting, taufte seinen eigenen Sohn auf den Namen Ferdinand Maria und stellte das Kurfürstentum unter den Schutz der Himmelskönigin "Patrona Bavariae". Als Beglaubigung und sichtbares Zeichen der Marienverehrung war jedem Münchner befohlen, einen Rosenkranz bei sich zu haben. Die unter der kurfürstlichen Herrschaft ins Zentrum von München gestellte Mariensäule bedeutete aber weit mehr als ein konfessionelles Bekenntnis. Das Denkmal war eine Demonstration der fürstlichen Macht, mit der die zäh errungenen und zögerlich wahrgenommenen Rechte der Kommune ausgehöhlt wurden.

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