Schäfflerfiguren

Schachbrett mit Schäfflern (Ausschnitt)

Linde, Ahorn und Palisander / 16 x 54, 5 x 54,5 cm / 19. Jahrhundert
Die Schäffler übten ihr Handwerk vor allem für die Brauereien aus. Das trug sicher dazu bei, daß ihr Tanzritual zum Inbegriff des Münchner Brauchtums werden konnte. Vergleichbare Bräuche kennt man mit dem Büttnertanz aber auch in Nürnberg.
Traditionell wird der Reigen am Dreikönigstag vor dem obersten Landesherrn eröffnet, heute also dem Ministerpräsidenten von Bayern. Seit jeher endet die Saison des Schäfflertanzes am Faschingsdienstag. Früher wurden bei den Aufführungen Nüsse unters Volk geworfen, die als Medizin gegen Pest und Cholera galten. Im Schäfflerjahr 1802 notierte der gerade sechzehnjährige Andreas Schmeller, das Spektakel habe "der Menge viel Freude, den wenigen Vernünftigen aber desto mehr Ärgernisse verursacht". Der Schäfflertanz erschien ihm als "eine Alfanzerei, die im Grunde nichts als Bettelei ist."
Zur Musik des Schäfflertanzes gibt es verschiedene Überlieferungen. Das populäre Schäfflerthema, das mit der volkstümlichen Zeile "Aba heit is koit" unterlegt ist, stammt erst aus dem 19. Jahrhundert. Es ist ein Werk des Fürther Komponisten Johann Wilhelm Siebenkäs (1826 – 1888), der um 1858 am Münchner Hof tätig war. Er schuf gewissermaßen die Erkennungsmelodie Münchens. Sie liegt als Warteschleife im Ohr, wenn man heute bei den Ämtern der Landeshauptstadt München anruft.

weitere Themen im Moriskensaal

(Die Links verweisen auf ausgewählte Ausstellungsstücke)
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